Beratungswissen A-Z
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Sanierung
Sanierung bezeichnet alle Maßnahmen zur Wiederherstellung der wirtschaftlichen Stabilität und Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens, das sich in einer finanziellen, operativen oder strukturellen Krise befindet. Ziel ist es, Zahlungsfähigkeit zu sichern, Verluste zu stoppen und das Unternehmen neu auszurichten. Sanierungen können unterschiedlich tief greifen – von kurzfristigen Liquiditätsmaßnahmen über Kostensenkungen und Personalabbau bis hin zu strategischen Neuausrichtungen, Finanzierungsverhandlungen oder Insolvenzverfahren mit Fortführungslösung.In der Beratungspraxis ist Sanierung ein komplexes Feld, das betriebswirtschaftliches, rechtliches und kommunikatives Know-how erfordert. Erfolgsfaktoren sind realistische Analysen, konsequente Umsetzung und das Vertrauen von Mitarbeitenden, Gläubigern und Investoren.
Selbstständigkeit
Selbstständigkeit bezeichnet die berufliche Tätigkeit auf eigene Rechnung und Verantwortung, unabhängig von einem Arbeitgeber. Selbstständige bieten Produkte oder Dienstleistungen an, tragen das unternehmerische Risiko selbst und gestalten ihre Arbeitsweise, Preise und Strukturen eigenständig. Typische Formen sind Freiberufler:innen, Einzelunternehmer:innen oder Inhaber:innen kleiner Unternehmen. Die Motive reichen von Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung bis hin zu flexibler Arbeitsgestaltung oder wirtschaftlicher Chance.In der Beratungspraxis ist Selbstständigkeit oft Thema bei Gründungsberatung, Positionierung, Businessplanung und Fördermittelanträgen. Erfolgreiche Selbstständigkeit erfordert nicht nur Fachwissen, sondern auch unternehmerisches Denken, Kundenorientierung und eine klare strategische Ausrichtung.
Skalierung
Skalierung beschreibt die Fähigkeit eines Unternehmens, Wachstum zu erzielen, ohne dass die Kosten im gleichen Maße steigen. Ziel ist es, Strukturen, Prozesse oder Geschäftsmodelle so aufzubauen, dass mehr Umsatz mit vergleichsweise geringem Mehraufwand generiert werden kann. Typische Beispiele für skalierbare Modelle sind digitale Produkte, Plattformgeschäftsmodelle oder automatisierte Dienstleistungen. In der Beratung ist Skalierung besonders relevant bei Start-ups, Wachstumsstrategien oder Digitalisierungsvorhaben.Wichtig: Skalierung erfordert klare Prozesse, stabile Systeme und eine wachstumsfähige Organisation – sonst wird schnelles Wachstum schnell zur Überforderung.
SMART-Ziele
SMART-Ziele sind ein bewährtes Prinzip zur klaren und überprüfbaren Zielformulierung in Projekten, Strategieprozessen oder der Mitarbeiterführung. Die Abkürzung SMART steht für fünf Kriterien, die ein Ziel erfüllen sollte, um wirksam zu sein:- Spezifisch: Das Ziel ist eindeutig und präzise formuliert.
- Messbar: Der Erfolg lässt sich anhand klarer Kennzahlen oder Kriterien bewerten.
- Attraktiv: Das Ziel ist motivierend und sinnvoll für die Beteiligten.
- Realistisch: Es ist erreichbar unter den gegebenen Bedingungen.
- Terminiert: Es gibt einen konkreten Zeitrahmen zur Zielerreichung.In der Beratungspraxis helfen SMART-Ziele dabei, vage Zielvorstellungen in konkrete Handlungsziele zu überführen, Fortschritte messbar zu machen und die Umsetzung konsequent zu steuern. Sie erhöhen die Verbindlichkeit – intern wie extern – und fördern zielgerichtetes Arbeiten.
Stakeholder
Stakeholder sind alle Personen oder Gruppen, die von den Aktivitäten eines Unternehmens betroffen sind oder Einfluss darauf nehmen können – z. B. Kunden, Mitarbeitende, Investoren, Lieferanten, Behörden oder die Öffentlichkeit.In der Beratung ist die Stakeholder-Analyse wichtig, um Interessen, Erwartungen und potenzielle Konflikte frühzeitig zu erkennen – etwa bei Strategieprojekten, Veränderungen oder in der Krisenkommunikation.
Start-up
Ein Start-up ist ein junges, wachstumsorientiertes Unternehmen, das meist mit einer innovativen Idee, Technologie oder Geschäftsmodell an den Markt geht. Typisch sind eine hohe Unsicherheit, begrenzte Ressourcen, aber auch große Skalierungschancen. Start-ups befinden sich in der Gründungs- oder frühen Wachstumsphase und setzen oft auf agile Arbeitsweisen, digitale Lösungen und alternative Finanzierungsformen wie Business Angels, Venture Capital oder Crowdfunding.In der Beratungspraxis werden Start-ups häufig bei Businessplanung, Finanzierung, Markteintritt und Skalierung begleitet. Entscheidend für den Erfolg sind ein klarer Kundennutzen, ein tragfähiges Geschäftsmodell und die Fähigkeit, sich schnell an veränderte Bedingungen anzupassen.
Strategie
Strategie ist der langfristige Plan eines Unternehmens, um Ziele zu erreichen und sich im Markt erfolgreich zu positionieren. Sie definiert den Weg, wie und mit welchen Mitteln Wettbewerbsvorteile erzielt werden sollen. In der Beratung bildet die Strategie die Grundlage für Entscheidungen zu Zielgruppen, Produkten, Märkten und Wachstum – und sorgt für klare Ausrichtung und Prioritäten.
Strukturbilanz
Die Strukturbilanz ist eine analytisch überarbeitete Form der Handelsbilanz, bei der die Positionen der Bilanz sachlogisch umgruppiert, vereinheitlicht und – soweit möglich – um stille Reserven oder Bewertungsunterschiede bereinigt werden. Ziel ist es, die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens transparenter und besser vergleichbar darzustellen, insbesondere im Rahmen von Finanzanalysen oder Bonitätsprüfungen. Typische Anpassungen betreffen z. B. die Umgliederung von kurzfristigen in langfristige Vermögenswerte, die Trennung von betriebsnotwendigem und nicht betriebsnotwendigem Vermögen, oder die explizite Ausweisung von Rückstellungen, Eigenkapital und verzinslichem Fremdkapital.In der Beratungspraxis wird die Strukturbilanz genutzt, um Aussagekraft und Vergleichbarkeit von Bilanzen zu erhöhen – etwa bei Unternehmensbewertungen, Ratingverfahren oder Sanierungsanalysen. Sie bildet zudem die Grundlage für wichtige Kennzahlen wie die Eigenkapitalquote, den Verschuldungsgrad oder die Kapitalbindung. Entscheidend ist: Die Strukturbilanz stellt keine neue Bilanz im rechtlichen Sinne dar, sondern ein Werkzeug zur betriebswirtschaftlichen Interpretation.
SWOT-Analyse
Die SWOT-Analyse ist ein strategisches Analyseinstrument zur Bewertung der Ausgangslage eines Unternehmens, Projekts oder Geschäftsmodells. Der Begriff steht für Strengths (Stärken), Weaknesses (Schwächen), Opportunities (Chancen) und Threats (Risiken). Ziel ist es, interne Potenziale und Herausforderungen (Stärken und Schwächen) mit externen Entwicklungen und Einflussfaktoren (Chancen und Risiken) systematisch gegenüberzustellen.Die Analyse hilft dabei, fundierte strategische Entscheidungen zu treffen, etwa zur Positionierung am Markt, zur Entwicklung neuer Produkte oder zur Vermeidung möglicher Gefahren. Besonders in der Beratungspraxis dient die SWOT-Analyse als Einstieg in die Strategiearbeit und als strukturierter Rahmen, um komplexe Situationen zu durchdringen und verständlich darzustellen. Wichtig ist dabei eine realistische Einschätzung – idealerweise mit Einbindung verschiedener Perspektiven aus dem Unternehmen.
Synergien
Synergien entstehen, wenn das Zusammenspiel von Einheiten, Prozessen oder Partnern mehr bewirkt als die Summe ihrer Einzelleistungen. Sie führen zu Effizienzgewinnen, Kostenvorteilen oder besseren Ergebnissen – z. B. durch gemeinsame Nutzung von Ressourcen, Wissen oder Netzwerken.In der Beratungspraxis sind Synergien besonders wichtig bei Fusionen, Kooperationen oder Reorganisationen, um Mehrwerte sichtbar zu machen und Potenziale gezielt zu heben. Entscheidend ist, dass Synergien strategisch geplant und konsequent umgesetzt werden – sonst bleiben sie bloß Theorie.