Beratungswissen A-Z
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Kapazität
Kapazität bezeichnet die maximal mögliche Leistungsmenge, die ein Unternehmen, ein Bereich oder eine Ressource innerhalb eines bestimmten Zeitraums erbringen kann – zum Beispiel die Anzahl produzierbarer Einheiten pro Tag, bearbeitbarer Aufträge pro Woche oder verfügbarer Arbeitsstunden pro Monat. Sie hängt ab von technischen, personellen und organisatorischen Gegebenheiten. Man unterscheidet zwischen technischer Kapazität (z. B. Maschinenleistung), personeller Kapazität (z. B. verfügbare Mitarbeitende) und wirtschaftlich sinnvoll nutzbarer Kapazität, bei der auch Kosten und Auslastung berücksichtigt werden.In der Beratungspraxis ist die Kapazitätsanalyse entscheidend für Produktionsplanung, Personalbedarf, Standortentscheidungen und Engpassermittlung. Eine zu geringe Kapazität führt zu Verzögerungen oder Umsatzverlusten, eine zu hohe zu unnötigen Fixkosten. Ziel ist eine möglichst flexible, gut ausgelastete und skalierbare Kapazitätsstruktur, die mit dem Geschäftsvolumen wächst, ohne unnötige Ressourcen zu binden.
Kennzahlen
Kennzahlen sind quantitative Messgrößen, die wirtschaftliche Zusammenhänge verdichten und vergleichbar machen. Sie dienen dazu, die finanzielle Lage, Leistungsfähigkeit und Rentabilität eines Unternehmens zu analysieren und zu steuern. Typische Kennzahlen betreffen z. B. Liquidität, Eigenkapitalquote, Umsatzrendite oder Produktivität. Sie können absolut (z. B. Gewinn) oder relativ (z. B. Rentabilität in %) sein und werden häufig im Rahmen von Controlling, Finanzanalysen oder Geschäftsmodellentwicklung verwendet.In der Beratungspraxis helfen Kennzahlen, Stärken und Schwächen sichtbar zu machen, Entwicklungen zu bewerten und fundierte Entscheidungen vorzubereiten. Entscheidend ist dabei nicht nur der Zahlenwert selbst, sondern die Einordnung im Zeitverlauf und im Vergleich zu Zielen oder Benchmarks.
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU)
KMU ist der Sammelbegriff für kleine und mittlere Unternehmen, die nach der EU-Definition bestimmte Schwellenwerte nicht überschreiten. Sie unterscheiden sich wie folgt:Kleine Unternehmen
– < 50 Mitarbeitende
– < 10 Mio. € Jahresumsatz oder < 10 Mio. € BilanzsummeMittlere Unternehmen
– < 250 Mitarbeitende
– < 50 Mio. € Jahresumsatz oder < 43 Mio. € BilanzsummeKMU sind die tragende Säule der deutschen Wirtschaft – sie stehen für Innovation, Flexibilität und regionale Verbundenheit. In der Beratung sind sie besonders relevant, da sie häufig bei Themen wie Wachstum, Finanzierung, Digitalisierung oder Nachfolge auf externe Expertise angewiesen sind. Zahlreiche staatliche Förderprogramme richten sich gezielt an KMU.
KOMPASS Programm
Das KOMPASS-Programm richtet sich an echte Soloselbstständige – also Personen, die allein arbeiten, ohne Angestellte, Minijobber oder Auszubildende. Sie müssen ihren Unternehmenssitz in Deutschland haben und selbstständig wirtschaftlich tätig sein.Förderfähig sind z. B.:
– Berater:innen, Coaches, Kreative, IT-Dienstleister:innen, freie Berufe
– Keine Scheinselbstständigkeit, keine Ruheständler:innenWichtig:
– Der Antrag muss von den Selbstständigen selbst gestellt werden
– Vorher ist ein kostenfreies Beratungsgespräch bei einer zertifizierten Stelle verpflichtend
– Erst nach Bewilligung darf die Weiterbildung startenGefördert werden Weiterbildungen, die unternehmerische Kompetenzen stärken – etwa in Marketing, Digitalisierung, Strategie oder Geschäftsmodellentwicklung. Bis zu 90 % der Kosten (max. 4.500 €) können übernommen werden.
Körperschaftsteuer
Die Körperschaftsteuer ist eine Einkommensteuer für juristische Personen – also vor allem für Kapitalgesellschaften wie GmbH, AG oder UG. Besteuert wird der Gewinn des Unternehmens, unabhängig davon, ob dieser ausgeschüttet oder im Unternehmen belassen wird. Die Körperschaftsteuer ist unabhängig von der Gewerbesteuer, fällt aber oft gemeinsam mit ihr an. Die Körperschaftsteuer beträgt derzeit in Deutschland 15 %, hinzu kommt der Solidaritätszuschlag.In der Beratung ist die Körperschaftsteuer relevant bei Gründungen, Rechtsformwahl, Gewinnverwendung und steuerlicher Optimierung. Wichtig: Anders als bei Personengesellschaften unterliegen Kapitalgesellschaften mit ihrem Gesamtergebnis der Körperschaftsteuerpflicht, was die steuerliche Belastung beeinflusst – vor allem bei Gewinnausschüttungen an Gesellschafter.
Kosten - sprungfix
Sprungfixe Kosten (auch intervallfixe oder treppenförmige Kosten genannt) sind eine besondere Form der Fixkosten, die sich nicht stetig, sondern sprunghaft bei Erreichen bestimmter Auslastungsgrenzen verändern. Innerhalb eines bestimmten Produktions- oder Leistungsintervalls bleiben sie konstant, steigen jedoch auf ein höheres Niveau, sobald eine neue Kapazitätsstufe überschritten wird.In der Kostenrechnung und Beratungspraxis sind sprungfixe Kosten besonders relevant bei Wachstumsstrategien, Kapazitätsplanungen und Break-even-Analysen. Sie zeigen, dass Fixkosten nicht immer völlig konstant sind, sondern von realen Kapazitätsgrenzen abhängig – und damit auch planbar. Wichtig ist es, diese Kostenstruktur frühzeitig zu erkennen, um Fehleinschätzungen bei Kalkulation oder Investitionsentscheidungen zu vermeiden.
Kosten - variabel
Variable Kosten sind direkt abhängig von der Produktions- oder Leistungsmenge eines Unternehmens. Sie steigen, wenn mehr produziert oder verkauft wird, und sinken entsprechend bei geringerer Auslastung. Im Gegensatz zu fixen Kosten fallen variable Kosten nur an, wenn tatsächlich Leistung erbracht wird – sie sind also mengenbezogen. In der Kostenrechnung bilden variable Kosten die Basis für Stückkostenkalkulationen, Deckungsbeitragsrechnungen und Break-even-Analysen. Sie sind besonders relevant für kurzfristige Entscheidungen, da sie sich schnell an veränderte Absatzmengen anpassen lassen.Typische Beispiele für variable Kosten sind:
– Rohstoffe und Materialien
– Energiekosten bei Maschinenlaufzeiten
– Transportkosten je Einheit
– Provisionen oder Akkordlöhne
– Verpackungskosten pro ProduktIn der Beratungspraxis helfen variable Kosten bei der Preisfindung, Margenanalyse und Entscheidungsfindung im Hinblick auf Produktionsausweitung, Rabattstrategien oder Auslastungsplanung. Wichtig: Ein hoher Anteil variabler Kosten erhöht die Flexibilität, senkt aber bei geringen Absatzmengen die Deckung der Fixkosten. Die optimale Kostenstruktur ist daher stets im Gesamtkontext des Geschäftsmodells zu betrachten.
Kosten fix
Fixe Kosten sind unabhängig von der Auslastung oder Produktionsmenge eines Unternehmens – sie fallen regelmäßig an, egal ob viel, wenig oder gar nichts produziert oder verkauft wird. Sie sind damit das Gegenstück zu variablen Kosten, die sich direkt mit der Leistungsmenge verändern.
Typische fixe Kosten sind z. B. Mieten, Gehälter, Versicherungen, Abschreibungen oder Lizenzgebühren. Auch wenn ein Unternehmen vorübergehend stillsteht, bleiben diese Kosten in voller Höhe bestehen. Erst wenn sich die grundlegende Struktur ändert (z. B. durch Kündigung von Verträgen oder Personalabbau), lassen sich fixe Kosten reduzieren.In der Unternehmenspraxis sind fixe Kosten ein wichtiger Faktor für das unternehmerische Risiko: Je höher der Fixkostenanteil, desto stärker wirkt sich ein Nachfragerückgang auf das Ergebnis aus. Deshalb spielt die Fixkostenstruktur eine zentrale Rolle in der Break-even-Analyse, im Controlling und in der strategischen Kostenoptimierung.Wichtig: Fixkosten können auch sprungfix sein – also bei Erreichen bestimmter Kapazitätsgrenzen auf ein neues Niveau steigen. Ein differenzierter Blick auf die Fixkosten hilft dabei, Geschäftsmodelle realistisch zu bewerten und die Kostenstruktur flexibel zu halten.
Kostenarten
Kostenarten sind Kategorien, nach denen entstandene Kosten systematisch erfasst und gegliedert werden – z. B. Materialkosten, Personalkosten, Abschreibungen, Mieten oder Energiekosten. Sie bilden die Grundlage der Kostenrechnung und helfen, Transparenz über die Kostenstruktur eines Unternehmens zu schaffen.
Kosteneinflussfaktoren
Kosteneinflussfaktoren sind alle internen und externen Größen, die die Höhe und Struktur der Kosten eines Unternehmens maßgeblich beeinflussen. Sie bestimmen, wie sich Kosten entwickeln, wo Einsparpotenziale bestehen oder an welchen Stellschrauben zur Effizienzsteigerung angesetzt werden kann.Zu den wichtigsten internen Einflussfaktoren zählen:
– Produktionsmenge und Auslastung
– Organisationsstruktur und Prozesse
– Einkaufskonditionen und Lieferantenauswahl
– Qualifikation und Einsatz der Mitarbeitenden
– Technologieeinsatz und AutomatisierungsgradExterne Einflussfaktoren können sein:
– Rohstoffpreise und Energiepreise
– gesetzliche Vorgaben (z. B. Mindestlohn, Umweltauflagen)
– Marktpreise und Wettbewerbsdruck
– Wechselkurse, Zinsen oder InflationIn der Beratungspraxis dienen Kosteneinflussfaktoren als Grundlage für Kostenanalysen, Benchmarking, Prozessoptimierung und strategisches Controlling. Sie helfen, Kosten nicht nur zu erfassen, sondern aktiv zu steuern, indem man gezielt auf beeinflussbare Faktoren einwirkt. Wichtig ist, zwischen veränderbaren und unveränderbaren Einflussgrößen zu unterscheiden – und die Kostenstruktur regelmäßig auf ihre Hebelwirkung hin zu überprüfen.
Kostenrechnung
Die Kostenrechnung ist ein zentrales Instrument der internen Unternehmenssteuerung. Sie dient dazu, alle im Unternehmen entstehenden Kosten systematisch zu erfassen, zuzuordnen und auszuwerten, um fundierte Entscheidungen über Preise, Prozesse und Strukturen treffen zu können. Im Gegensatz zur Finanzbuchhaltung ist sie nicht gesetzlich vorgeschrieben, sondern dient ausschließlich der unternehmensinternen Analyse und Planung. Die Kostenrechnung bildet die Grundlage für Kalkulationen, Wirtschaftlichkeitsanalysen und Preisentscheidungen.In der Beratungspraxis ist sie ein wesentliches Werkzeug zur Transparenzsteigerung, Prozessoptimierung und Ergebnisverbesserung. Wichtig: Die Aussagekraft hängt stark von der Systematik und Aktualität der zugrunde liegenden Daten ab – eine gute Kostenrechnung ist nicht nur präzise, sondern auch entscheidungsrelevant.
Kostenstellen
Kostenstellen sind organisatorisch abgegrenzte Bereiche oder Abteilungen eines Unternehmens, in denen Kosten entstehen und auf die diese verteilt werden können. Beispiele sind Produktion, Vertrieb, Verwaltung. Kostenstellen dienen dazu, Kosten transparent und verursachungsgerecht zuzuordnen, um gezielt Maßnahmen zur Kostensenkung oder Effizienzsteigerung umzusetzen.
Kundenakquise
Kundenakquise ist der Prozess der systematischen Gewinnung neuer Kunden für Produkte oder Dienstleistungen. Sie kann aktiv erfolgen (z. B. Kaltakquise, persönliche Ansprache) oder passiv (z. B. durch Online-Marketing, Empfehlungen). Ziel ist es, aus Interessenten zahlende Kunden zu machen.
In der Beratungspraxis ist Kundenakquise ein zentrales Vertriebsthema und eng mit Zielgruppenanalyse, Positionierung und Kommunikationsstrategie verknüpft. Entscheidend für den Erfolg sind eine klare Nutzenargumentation, ein strukturierter Akquiseprozess und die langfristige Kundenbindung nach dem Erstkontakt.Wichtig: Akquise endet nicht beim ersten Kauf. Eine gute Nachbereitung und Kundenbindung sorgt dafür, dass aus neuen Kunden langfristige Geschäftsbeziehungen entstehen.