Beratungswissen A-Z

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Darlehen
Ein Darlehen ist eine befristete Kapitalüberlassung gegen Rückzahlung, häufig mit Zinsen. Es zählt zum Fremdkapital und wird typischerweise für Investitionen oder Liquiditätsbedarf genutzt. Typische Darlehensarten nach Rückzahlungsform: Tilgungsdarlehen – gleichbleibende Tilgungsbeträge – Zinsbelastung sinkt mit jeder Rate – Gesamtbelastung nimmt über die Laufzeit ab Annuitätendarlehen – gleichbleibende Gesamtjahresrate (Annuität) – Tilgungsanteil steigt, Zinsanteil sinkt über die Laufzeit – häufig bei Immobilien- oder langfristigen Investitionsfinanzierungen In der Beratungspraxis sind diese Modelle wichtig für die Liquiditätsplanung, Kreditvergleiche und Investitionsentscheidungen. Die Wahl hängt von Zinssatz, Laufzeit, Flexibilität und Unternehmenszielen ab.

Deckungsbeitrag (absolut / relativ)
Der Deckungsbeitrag ist eine zentrale betriebswirtschaftliche Kennzahl zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit einzelner Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsbereiche. Er gibt an, welchen Beitrag ein Produkt zur Deckung der Fixkosten und zum Gewinn eines Unternehmens leistet. Der absolute Deckungsbeitrag berechnet sich als Differenz zwischen dem Verkaufserlös und den variablen Kosten eines Produkts. Er zeigt also, wie viel pro Stück oder Auftrag zur Fixkostendeckung „übrig bleibt“. Der relative Deckungsbeitrag setzt diesen Betrag ins Verhältnis zu einem Engpassfaktor – z. B. zur benötigten Produktionszeit – und hilft dabei, bei knappen Ressourcen die wirtschaftlich sinnvollste Entscheidung zu treffen. Beispiel: Ein Produkt mit hohem absoluten, aber geringem relativen Deckungsbeitrag kann bei Kapazitätsengpässen weniger attraktiv sein als ein anderes mit niedrigerem Stückbeitrag, aber besserem Verhältnis zur eingesetzten Zeit. In der Beratungspraxis ist die Deckungsbeitragsrechnung ein wichtiges Instrument zur Preiskalkulation, Sortimentssteuerung, Break-even-Analyse und zur Bewertung von Geschäftsmodellen. Sie liefert eine deutlich differenziertere Sicht als die klassische Gewinn- und Verlustrechnung – insbesondere im Hinblick auf operative Entscheidungen.

Diversifikation
Diversifikation ist eine Wachstums- und Risikostrategie, bei der ein Unternehmen neue Produkte, Dienstleistungen oder Märkte erschließt, um sich breiter aufzustellen. Ziel ist es, Abhängigkeiten zu reduzieren, neue Umsatzquellen zu erschließen und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Man unterscheidet: – Horizontale Diversifikation: Neue Produkte im bestehenden Marktumfeld – Vertikale Diversifikation: Ausweitung entlang der Wertschöpfungskette (z. B. eigene Produktion oder Vertrieb) – Laterale Diversifikation: Einstieg in völlig neue Märkte ohne direkten Bezug zum Kerngeschäft In der Beratungspraxis ist Diversifikation ein zentrales Thema bei Wachstumsstrategien, Geschäftsmodellentwicklung oder Risikomanagement – sinnvoll, wenn sie strategisch durchdacht, finanziell tragfähig und marktbezogen realistisch umgesetzt wird.

Due Diligence
Due Diligence bezeichnet die sorgfältige Prüfung und Analyse eines Unternehmens vor einer geplanten Transaktion – etwa einem Unternehmenskauf, einer Beteiligung oder einer Fusion. Ziel ist es, Chancen, Risiken, Stärken und Schwächen des Zielunternehmens systematisch zu erfassen, um fundierte Entscheidungen treffen und potenzielle Haftungs- oder Finanzrisiken frühzeitig erkennen zu können. Die Prüfung erfolgt meist in mehreren Bereichen: wirtschaftlich (z. B. Umsatzentwicklung, Geschäftsmodell), rechtlich (z. B. Verträge, Gesellschaftsstruktur), steuerlich (z. B. Steuerrisiken, Verlustvorträge), finanziell (z. B. Vermögenslage, Schulden) und zunehmend auch in Bezug auf Nachhaltigkeit und Compliance. In der Beratungspraxis ist die Due Diligence ein zentrales Instrument bei M&A-Prozessen (Mergers & Acquisitions). Sie schafft Transparenz, reduziert Unsicherheiten und bildet die Grundlage für die Bewertung eines Unternehmens sowie die Ausgestaltung von Kaufverträgen. Wichtig: Eine Due Diligence ist kein Selbstzweck, sondern ein risikoorientiertes Prüfverfahren mit hoher Relevanz für die wirtschaftliche Tragfähigkeit eines Deals.