Erfolgsgeschichte | Dietmar Simmert / BBZ
Das bbz: 50 Jahre lernen in moderner Umgebung
Das bbz in Siegen feiert 2026 sein 50-jähriges Bestehen. Dietmar Simmert ist seit 1979 mit dem Haus verbunden, heute leitet er den Bildungsbereich. Im Gespräch erzählt er, wie das bbz entstanden ist, weshalb die regionale Wirtschaft auf eigene Fach- und Führungskräfte setzt und was Teilnehmende am Standort erwartet.
PRYSMA:
Herr Simmert, das bbz Siegen wird dieses Jahr 50 Jahre alt. Wie hat alles begonnen?
Dietmar Simmert:
Das bbz wurde 1976 gegründet. 1977 startete der erste Ausbildungslehrgang in der gewerblich-technischen überbetrieblichen Ausbildung. Mitgliedsunternehmen konnten ihre Auszubildenden im ersten Ausbildungsjahr zu uns schicken.
Hier wurden die grundlegenden Inhalte vermittelt. Im zweiten und dritten Ausbildungsjahr gingen die Auszubildenden zurück in ihre Unternehmen und kamen nur für spezielle Lehrgänge wieder, etwa zum CNC-Drehen oder CNC-Fräsen.
PRYSMA:
Welche Aufgabe hatte das bbz damals für die Unternehmen?
Dietmar Simmert:
Das bbz gab den Mitgliedsfirmen die Möglichkeit, Inhalte des ersten Ausbildungsjahres vollständig abzudecken. Der Schwerpunkt lag zunächst klar auf der gewerblich-technischen Ausbildung. Das war die Grundlage, auf der sich das bbz weiterentwickelt hat.
PRYSMA:
Wann kamen kaufmännische Themen und höhere Berufsbildung hinzu?
Dietmar Simmert:
Mitte der 1980er-Jahre wurde die kaufmännische Weiterbildung als zweites Standbein aufgebaut. Das bbz wollte Fachkräfte und Führungskräfte ausbilden. Zuerst kamen Tagesseminare hinzu, danach Lehrgänge wie der Industriefachwirt und der Bilanzbuchhalter.
„Viele Unternehmen haben früh erkannt, dass sie Fach- und Führungskräfte aus der Region entwickeln müssen.“
PRYSMA:
Warum hat das bbz die kaufmännische Weiterbildung so stark ausgebaut?
Dietmar Simmert:
Die 51 Mitgliedsfirmen des bbz sind mittelständische Unternehmen aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein. Viele Unternehmen haben früh erkannt, dass sie Fach- und Führungskräfte aus der Region entwickeln müssen. Die Verkehrsanbindung ist nicht überall einfach. Deshalb können Unternehmen nicht jede Führungskraft von außerhalb gewinnen.
PRYSMA:
Welche Rolle spielt die Verbindung zur regionalen Wirtschaft?
Dietmar Simmert:
Von den Unternehmen bekommen wir direkt Rückmeldung, welche Qualifikationen gebraucht werden. Das bbz ist wirtschaftlich eigenverantwortlich und arbeitet eng mit seinen Mitgliedsfirmen zusammen. So bleibt der Blick auf den tatsächlichen Bedarf der Betriebe gerichtet.
Dazu kommt die Verbindung der IHK zur Arbeitsagentur. So können Entwicklungen am Arbeitsmarkt und Qualifikationsdefizite früh aufgenommen werden.

Dietmar Simmert ist seit 1979 beim bbz. Er kommt aus der Region, hat eine duale gewerblich-technische und kaufmännische Ausbildung absolviert und sich zum Industriemeister und Industriefachwirt weitergebildet. Nach 25 Jahren als Geschäftsführer im Maschinen- und Anlagenbau leitet er heute den Bildungsbereich des bbz und unterrichtet seit 30 Jahren als Dozent – schwerpunktmäßig Bilanzierung, Kostenrechnung, Recht und Steuern.
Mehr Infos über
das bbz Siegen auf bbz-siegen.de


PRYSMA:
Wie groß ist das bbz heute?
Dietmar Simmert:
Zwischen 4.500 und 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben wir jährlich, knapp 950 Unternehmenskunden und annähernd 180 freiberufliche Dozentinnen und Dozenten.
PRYSMA:
Wie ist das bbz mit der IHK Siegen verbunden?
Dietmar Simmert:
Die IHK Siegen ist ebenfalls Mitgliedsfirma des bbz. Außerdem ist der Hauptgeschäftsführer der IHK Siegen immer Mitglied im bbz-Vorstand.
Die Geschäftsführung für Aus – und Weiterbildung bei der IHK – Siegen ist zugleich Geschäftsführung im bbz.
PRYSMA:
Das bbz liegt in einer waldreichen Region. Was erwartet die Teilnehmenden vor Ort?
Dietmar Simmert:
Das Gebäude liegt in einer grünen, naturverbundenen Umgebung. Es wurde in einer außergewöhnlichen Halbkreisform gebaut und passt sich der Landschaft an. Viele Räume haben große Fensterfronten und Tageslicht.
PRYSMA:
Wenn man das bbz besucht, sieht man, dass es früher im bbz ein Bistro gab. Wie ist die Situation heute?
Dietmar Simmert:
Früher wurde im Bistro jeden Tag frisch gekocht. Das Angebot wurde aber zu wenig genutzt. Heute arbeiten wir mit einem festen Catering-Team und können Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Frühstück, Mittagessen und Kaffee versorgen.
PRYSMA:
Wie sind die Unterrichtsräume ausgestattet?
Dietmar Simmert:
Die Räume verfügen über Klimaanlagen, stabiles WLAN und Großbildschirme. Gleichzeitig gibt es aber in jedem Unterrichtsraum weiterhin eine klassische Tafel. Dozentinnen und Dozenten können also Bildschirm und Tafel kombinieren. Jeder Unterrichtsraum ist mit einer Kamera für Streaming per Microsoft Teams ausgestattet
„Die Räume verfügen über Klimaanlagen, stabiles WLAN und Großbildschirme.“
PRYSMA:
Was erleichtert die Anreise zum bbz?
Dietmar Simmert:
Das bbz liegt günstig an der Autobahn und an der Schnellstraße, der sogenannten Entlastungsstraße. Teilnehmer aus Köln, Gummersbach und Herborn erreichen uns schnell.
Außerdem stehen direkt am Haus annähernd 60 kostenfreie Parkplätze zur Verfügung.
PRYSMA:
Gibt es Unterkünfte in der Nähe?
Dietmar Simmert:
Das Dorint Parkhotel liegt etwa anderthalb Kilometer entfernt und bietet wie das bbz einen Blick ins Grüne. Innerhalb weniger Minuten ist man im Wald und kann einen entspannten Spaziergang machen. Das Dorint Hotel selber hat auch viel zu bieten.
In Siegen gibt es zusätzlich viele weitere Unterkünfte in verschiedenen Preisklassen, darunter das Hotel Römer und das Holiday Inn.
PRYSMA:
Sie hatten vorhin die Relevanz der lokalen Wirtschaft erwähnt. Welche wirtschaftliche Prägung hat die Region?
Dietmar Simmert:
Siegen-Wittgenstein ist stark durch Maschinen- und Anlagenbau geprägt. Aus der früheren Erzverhüttung hat sich eine Region mit vielen Industrieunternehmen und Global Playern entwickelt.
Genannt werden können zum Beispiel die Heinrich Georg GmbH Maschinenfabrik, die Firma Utsch, die Kfz-Kennzeichen für die ganze Welt herstellt, und Regupol aus dem Wittgensteiner Land. Die blaue Tartanbahn im Berliner Olympiastadion stammt beispielsweise von Regupol.
PRYSMA:
Was bietet Siegen außerhalb des Unterrichts?
Dietmar Simmert: Die Sieg wurde in der Innenstadt renaturiert. Dort gibt es heute eine Uferanlage, an der man spazieren und sich ausruhen kann.
Gleichzeitig ist man von vielen Punkten in Siegen innerhalb von zehn Minuten im Wald.
Die Universität Siegen hat sich außerdem in Forschung und Entwicklung einen guten Ruf erarbeitet.
PRYSMA: Kommen die Teilnehmenden vor allem aus der Region?
Dietmar Simmert:
Viele kommen aus dem Siegerland und den umliegenden Städten. Wir hatten aber auch schon Teilnehmer aus Berlin und München. Das Angebot in Siegen wird also überregional wahrgenommen.
→ Erfahrungsbericht Dietmar Simmert
Im zweiten Teil des Interviews sprechen wir mit Dietmar Simmert über unsere wertvolle Zusammenarbeit und die Durchführung der Kompaktlehrgänge in der bbz Siegen. Bleibt gespannt.
Hier geht’s zum zweiten Teil des Interviews:
„Am Anfang war sofort eine gewisse Vertrautheit da“



