Stets Vertrautheit gespürt – Dietmar Simmert im bbz

Erfahrungsbericht | Dietmar Simmert | BBZ Siegen

Am Anfang war sofort eine gewisse Vertrautheit da

Das bbz Siegen und die PRYSMA Akademie kooperieren seit 2005 erfolgreich in den IHK-Kompaktlehrgängen – von Unternehmensberater/in (IHK) bis hin zu den neuen Formaten Online-Business-Coach (IHK) und KI-Unternehmensberater/in (IHK).

Dietmar Simmert erklärt im Gespräch, weshalb die Kooperation für ihn und das Team vom bbz von Anfang an persönlich gepasst hat, was Kooperation auf Augenhöhe bedeutet und welche Zukunftsthemen zukünftig ausgebaut werden.

Das ist der zweite Teil unseres Interviews. Den ersten Teil findet ihr hier:
→ „Das bbz: 50 Jahre lernen in moderner Umgebung“

PRYSMA:
Herr Simmert, das bbz bekommt viele Anfragen zu Kooperationen. Was hat bei PRYSMA den Ausschlag gegeben?

Dietmar Simmert:
Entscheidend war: Am Anfang war sofort eine gewisse Vertrautheit da. Wir sind uns auf Augenhöhe begegnet und haben versucht, die Lehrgänge im Sinne der möglichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu gestalten. Das war für mich der wichtigste Punkt.

PRYSMA:
Das können wir nur bestätigen. Was muss eine gute Zusammenarbeit aus Ihrer Sicht leisten?

Dietmar Simmert:
Die Interessen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen im Mittelpunkt stehen. Dazu gehört Inhalte, Ablauf und Organisation gemeinsam zu besprechen und bei Fragen direkt Lösungen zu finden. Die Kooperation läuft seit dem Start partnerschaftlich und ohne Probleme.


PRYSMA:
Sie sprechen oft vom Praxisbezug. Woran merken die Teilnehmenden konkret, dass die Dozierenden aus der Praxis kommen?

Dietmar Simmert:
Teilnehmerinnen und Teilnehmer bringen betriebliche Problemstellungen mit und sprechen sie im Unterricht an. Die Dozentinnen und Dozenten kennen solche Situationen, weil sie selbst Führungspositionen hatten oder Unternehmen geleitet haben. Dadurch können sie auf konkrete Fragen aus dem Berufsalltag eingehen.

PRYSMA:
Welche Erfahrung bringen die Lehrkräfte mit?

Dietmar Simmert:
Am bbz unterrichten keine Menschen, die nur aus der Universität kommen und ausschließlich Theorie vermitteln. Die eingesetzten Praktiker kennen die Aufgaben und Probleme mit denen Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Unternehmen zu tun haben.

PRYSMA:
Warum ist dieser Bezug für die Kompaktlehrgänge besonders wichtig?

Dietmar Simmert:
In diesen Lehrgängen geht es darum, Menschen und Unternehmen in konkreten Situationen zu unterstützen. Dafür braucht man Erfahrung aus dem Berufsalltag. Das bedeutet:



PRYSMA:
Warum gehört am Ende des Lehrgangs eine Leistungsabfrage dazu?

Dietmar Simmert:
Ein IHK-Zertifikatslehrgang soll zeigen, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Inhalte verstanden haben. Deshalb wird am Ende geprüft, welches Wissen sie sich in der kompakten Lehrgangswoche erarbeitet haben.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschäftigen sich nach dem Unterricht noch einmal selbst mit den Themen. Dadurch bleibt der Stoff besser hängen. Die Prüfung gehört deshalb zum Lernkonzept und ist zugleich eine Qualitätskontrolle.

PRYSMA:
Was bedeutet die Prüfung für das Zertifikat?

Dietmar Simmert:
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen sich intensiv mit der Materie auseinandersetzen. Erst wenn sie die Leistungsabfrage bestehen, haben sie die Berechtigung, das IHK-Zertifikat zu erhalten.





Dietmar Simmert ist seit 1979 beim bbz. Er kommt aus der Region, hat eine duale gewerblich-technische und kaufmännische Ausbildung absolviert und sich zum Industriemeister und Industriefachwirt weitergebildet. Nach 25 Jahren als Geschäftsführer im Maschinen- und Anlagenbau leitet er heute den Bildungsbereich des bbz und unterrichtet seit 30 Jahren als Dozent – schwerpunktmäßig Bilanzierung, Kostenrechnung, Recht und Steuern.

Mehr Infos über 
das bbz Siegen auf
bbz-siegen.de

PRYSMA:
Gibt es eine Teilnehmergeschichte, die Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Dietmar Simmert:
Ja, ein Teilnehmer war Abteilungsleiter im mittleren Management und wollte zunächst seine Position stärken. Nach dem Abschluss des Lehrgangs Unternehmensberater/in (IHK) konnte er kurze Zeit später in die Geschäftsleitung aufsteigen. Solche Entwicklungen zeigen, dass Weiterbildung neue berufliche Möglichkeiten eröffnen kann.

PRYSMA:
Solche Geschichten machen auch anderen Teilnehmenden Mut. Wie kann das erworbene Wissen konkret im Berufsalltag eingesetzt werden?

Dietmar Simmert:
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erweitern ihre Kenntnisse und können dadurch Aufgaben übernehmen, die ihnen vorher nicht offen standen. Im Kompaktlehrgang geht es außerdem darum, Unternehmen fachlich fundiert zu beraten.

PRYSMA:
Sie haben selbst 25 Jahre als Geschäftsführer gearbeitet. Was erwarten Sie von einem guten Unternehmensberater?

Dietmar Simmert:
Ein Berater sollte Hilfestellung geben und den Kunden nicht alleinlassen. In meiner Zeit als Geschäftsführer habe ich Berater erlebt, die nur an der Oberfläche gekratzt haben. Bei einem Unternehmensberater erwarte ich mehr Tiefe und eine Beratung, mit der ein Unternehmen tatsächlich weiterarbeiten kann.

PRYSMA:
Welche Nachfrage beobachten Sie bei Inhouse-Schulungen?

Dietmar Simmert:
Die Nachfrage ist in den vergangenen anderthalb Jahren stark gestiegen. Auch das bbz bietet viele Inhouse-Schulungen an und kann Inhalte direkt auf die Anforderungen eines Unternehmens ausrichten.

PRYSMA:
Wir haben viel über den Kompaktkurs Unternehmensberater/in (IHK) gesprochen, aber wir bieten noch weitere Kurse wie den Business Coach (IHK) oder den Train the Trainer (IHK) an, beide in Kooperation mit dem Coaching-Unternehmen Team Connex. Für wen ist zum Beispiel der Lehrgang Train the Trainer (IHK) in der Unternehmenslandschaft und Industrie interessant?

Dietmar Simmert:
Der Kurs Train the Trainer (IHK) richtet sich nicht nur an klassische Trainer und Seminarleiter. Auch in der Industrie gibt es direkten Bedarf für die Fähigkeit Schulungen durchzuführen. Beispielsweise sind die Maschinen der lokalen Maschinen- und Anlagenbauer weltweit im Einsatz. Mitarbeitende müssen diese Anlagen in Betrieb nehmen und Kunden oder Kolleginnen und Kollegen im Umgang und der Bedienung schulen.

PRYSMA:
Welche Rolle spielt dabei der Unternehmensbezug?

Dietmar Simmert:
Unternehmen können ihre eigenen Mitarbeitenden gezielt auf Schulungen vorbereiten. Das betrifft interne Weiterbildungen und die Einweisung von Kunden in komplexe Anlagen. Der Lehrgang passt deshalb zu Aufgaben, die in international tätigen Industrieunternehmen tatsächlich anfallen.



PRYSMA:
Inzwischen nutzt das bbz ebenfalls das offizielle digitale Badge der IHK. Wie beurteilen Sie diesen neuen digitalen Zertifikat-Nachweis?

Dietmar Simmert:
Wir beschäftigen uns mit dem Thema seit ungefähr vier Jahren, als die ersten Überlegungen in der Kammerwelt aufkam. Anfangs gab es bei Kolleginnen und Kollegen Zurückhaltung. Mit dem Fortschritt der Digitalisierung ist ein digitaler Nachweis heute allerdings sehr hilfreich und daher inzwischen auch bei uns Standard. Auch die PRYSMA Kurse werden mit digitalem Zertifikat angeboten.

PRYSMA:
Was bringt es den Absolventen/innen konkret?

Dietmar Simmert:
Sie können den digitalen Badge direkt an eine Bewerbung anhängen oder auf Linkedin teilen. Personal- und Geschäftsleitungen erkennen damit schnell und sicher, dass ein bestimmter Abschluss erworben wurde.



PRYSMA:
Digitalisierung ist auch bei der Wahl der Kurse wichtig geworden. Wie verändert sich das Verhalten der Teilnehmenden?

Dietmar Simmert:
Manche suchen einen kurzen Kurs, mit dem sie schnell einen Titel erwerben können, und möchten möglichst von zu Hause aus teilnehmen. Ich glaube nicht, dass das für jeden Lehrgang funktioniert. In einer Präsenzwoche entstehen Gespräche und Kontakte, die online schwerer entstehen.

PRYSMA:
Welche Kombination hält das bbz für sinnvoll?

Dietmar Simmert:
Präsenz- und Online-Lehrgänge sollten sich ergänzen. Teilnehmerinnen und Teilnehmer brauchen Wahlmöglichkeiten, gerade wenn sie beruflich stark eingebunden sind. Gleichzeitig bleibt der persönliche Austausch im Präsenzunterricht für viele ein wichtiger Teil des Lernens.

PRYSMA:
Wer später beratend arbeitet, kann von einem Netzwerk profitieren. Deshalb möchte PRYSMA eine digitale Community aufbauen und ein jährliches Treffen anbieten. Welche Bedeutung hat ein persönliches Netzwerk nach dem Lehrgang?

Dietmar Simmert:
Vernetzt sein ist wichtig für den Erfolg. Auch die IHKs in Nordrhein-Westfalen arbeiten an einer Plattform, über die sich Personalleiter austauschen können. Die Bildungsleitungen treffen sich dafür zweimal im Jahr.

PRYSMA:
Sie sind also selbst sehr vernetzt. Welche Themen beschäftigen Unternehmen derzeit besonders?

Dietmar Simmert:
Fragen zur Rechtslage beim Einsatz von künstlicher Intelligenz kommen häufig auf. Unternehmen sind unsicher, was sie bei KI-Anwendungen beachten müssen. Dazu könnte es Angebote für Führungskräfte und das mittlere Management geben.

PRYSMA:
Welche Inhalte wären für solche Angebote denkbar?

Dietmar Simmert:
Denkbar wären ein bis zwei Intensivtage für Geschäftsführungen und Führungskräfte sowie weitere Einheiten für das mittlere Management. Die Ebenen in einem Unternehmen gehen unterschiedlich mit KI und Transformation um. Diese Unterschiede müssen in der Weiterbildung berücksichtigt werden.

PRYSMA:
Welche Richtung nimmt das bbz in den kommenden Jahren?

Dietmar Simmert:
Das bbz will die Zertifikatslehrgänge gezielt ausweiten und weiterhin Präsenz-, Online- und kombinierte Formate anbieten. Gleichzeitig müssen neue Angebote verständlich von bestehenden Lehrgängen abgegrenzt werden. Bei neuen Themen wie einem KI-Manager hilft eine klare Beschreibung dabei, Unternehmen und Interessenten gut zu beraten.

PRYSMA:
Vielen Dank für Ihre Zeit und wir freuen uns auf weitere, tolle Jahre gemeinsamer Arbeit!