Jonas Lang: Falsch machen kann man eigentlich nichts.

Jonas Lang: Falsch machen kann man eigentlich nichts.

Kompakt IHK:

Hallo lieber Jonas, von unserer Seite nochmal herzlichen Glückwunsch zum bestandenen Zertifikat im Kurs Unternehmensberater/in IHK. Dein Werdegang ist vorbildlich und strukturiert. Wie kam der Entschluss für eine Weiterbildung?

Jonas Lang:

Vielen Dank. Seit zehn Jahren arbeite ich im Bauingenieurswesen in Konzernstruktur. Mit dem Jahreswechsel hatte ich eine neue Position zugewiesen bekommen und ich empfand das Bedürfnis, mich dementsprechend weiterzubilden. Deswegen auch die Entscheidung für den Lehrgang zur IHK-Unternehmensberater/in – um auch mal über den Tellerrand hinauszublicken.

Kompakt IHK:

Wieso bist du den Schritt gegangen, extern einen Kurs zum Unternehmensberater zu absolvieren?

Jonas Lang:

Wenn die Geschäftsführer einem was erzählen, dann denkt man so „Ja, ja, das erzählt ihr nur, weil ihr was erzählen müsst“. Aber mit dem Kurs und der neuen Position weiß ich jetzt: alles bewährte Modelle.

Und eigentlich arbeiten alle Unternehmen so, egal ob sie Bockwürstchen verkaufen oder hochkomplexe Ingenieursleistungen erbringen. Die Grundprinzipien sind eigentlich überall die gleichen. Und das war nochmal eine der wesentlichen Erkenntnisse. Und das hat mich dann auch nochmal bestärkt: Wenn man einmal verstanden hat, wie Unternehmen funktionieren, kann man das auch branchenübergreifend machen. 

Kompakt IHK:
Im Kurs besprechen wir auch Charaktertypen und Stärken von Führungskräften. Mit welchen Stärken punktest du in deiner beruflichen Position?

Jonas Lang:

Eine meiner Stärken ist definitiv mein Improvisationstalent. Damit könnte mich,

glaube ich, nichts groß überraschen. Auch für Besprechungen, Meetings und Vorträge ist das eine nützliche Fähigkeit. 

Die zweite wäre mein Kommunikationstalent mit allen möglichen Berufsgruppen und Personenkreisen – vom Bagger-Vormann bis hin zu Professor, Doktor, Prüfstatiker oder Immobilienkonzernen. Es ist immer eine Herausforderung für jeden Personenkreis die richtige Kommunikationsebene zu finden. Mit meinen empathischen Fähigkeiten und beruflichen Erfahrung kriege ich diesen Umschwung aber gut gehändelt. 

Kompakt IHK:

Kommunikation ist eine nicht zu unterschätzende Leistung für Erfolg in jeglichen Lebenssituationen, beispielsweise auch im Erwartungsmanagement.

Mit welcher Erwartung bist du denn in den Kompaktlehrgang reingegangen?

Jonas Lang:

Ich kann ganz klar sagen: Meine Erwartungen und Wünsche wurden erfüllt. Zunächst hatte ich mir einen Austausch mit ganz vielen unterschiedlichen Berufsgruppen erhofft. 

Fairerweise war meine Erwartung auch, dass wir vielleicht ein paar mehr Leute gewesen wären, für einen intensiveren berufsübergreifenden Austausch. Im Kurs haben wir auch über diesen Punkt gesprochen. Dabei hat sich herauskristallisiert, dass wir aufgrund der kleineren Gruppe viel intensiver individuell auf jeden Einzelnen eingehen konnten – dementsprechend ein sehr persönlicher Austausch und jeder hatte genug Redeanteil. Und das war natürlich auch ein Riesenvorteil. Wenn ich jetzt nochmal entscheiden könnte, würde ich den kleineren Kreis bevorzugen.

Inhaltlich war meine Erwartung, dass der Kompaktkurs sehr strukturiert war und ich einen Leitfaden bekomme, um in die Unternehmensberatung zu gehen. Egal, ob ich es jetzt in meinem eigenen Unternehmen tue oder später vielleicht auch als freischaffender Unternehmensberater, wenn mir die Ingenieurdienstleistung zu langweilig wird. Mit dem Kompendium, was ausgehändigt wurde, habe ich genau diesen Leitfaden erhalten. 

Kompakt IHK: 

Ist dir ein Inhalt besonders in Erinnerung geblieben? Wieso?

Jonas Lang:

Ich glaube, von den Krisen, die ein Unternehmen durchmacht, ist mir eine ganz stark in Erinnerung geblieben: die Bürokratie-Krise. Gefühlt, alle großen Konzerne kommen aus dieser Krise nie wieder raus und arbeiten dann irgendwann wie Behörden. So kriege ich das bei uns in den Konzernen auch mit, im Sinne von „Okay, noch ein Prozess, noch ein Prozess“. 

Ja, Prozesse und Strukturen sind unumgänglich. Die sind wichtig, aber man muss alte Prozesse und Strukturen mal aufbrechen oder löschen und nicht immer optimieren. Das ist nochmal deutlich geworden im Lehrgang. 

Dadurch, dass ich Management-Erfahrung habe, hat es bei mir häufig Klick gemacht. Zum Beispiel haben mir die besprochenen Mechanismen gezeigt „Ah ja, wir sind jetzt in dieser Krise nicht, weil irgendeiner das bewusst herbeigeführt hat, sondern weil es eigentlich unternehmensgesetzesmäßig genau dazu kommt. Zwangsläufig in jedem Unternehmen, manchmal ein bisschen intensiver und manchmal weniger. Vielleicht hätte der eine oder andere Geschäftsführer von uns auch mal den Lehrgang machen sollen, damit er auch eine andere Sichtweise dazu hätte.

Kompakt IHK:

Für derartige Situationen geben wir euch jegliche Tools und Methoden an die Hand – natürlich auch, um alltägliche Arbeiten zu vereinfachen, zu verbessern und zu verbessern. Haben sich durch den Kurs Must-Use-Tools in deinem persönlichen Arbeitsalltag etabliert?

Jonas Lang:

Die Brain Writing ist eine Methode, die ich schon seit fünf Jahren anwende. Es ist für mich keine neue, aber ich fand die abgewandelte Version aus dem Kurs auch interessant für meinen Alltag.

Und natürlich alles, was das aktive Zuhören angeht: Wie kommuniziert man, wie kommuniziert man nicht und wie kann man die Gespräche zielführend gestalten. Dadurch bekomme ich ein bisschen mehr Struktur für die Gesprächsführung auf allen Ebenen. 

Schließlich noch die Methodik unter dem Stichwort „Balance Scorecard“, also die Unterteilung in Markt und Kunde, Personal, Finanzen und Prozesse.  

Kompakt IHK:

Genau, du hattest berichtet, dass es bei euch im Unternehmen bereits im Einsatz ist. Wie hat sich deine Sicht auf die Methode geändert? 

Jonas Lang:

Mir hat es gezeigt: Falsch Machen kann man eigentlich nichts. Natürlich gibt es ein, zwei Punkte, bei denen man sagt „Ist das jetzt Prozesse oder ist das Finanzen?“. Wenn das für mich in den Ordner gehört, dann gehört das in den Ordner. Die Grundstruktur, aufgebaut auf diesen vier Hauptpunkte von der Balance Scorecard, empfinde ich als ein Muss für jedes Unternehmen. Denn diese vier Säulen bringen es auf den Punkt – die vier Fundamente eines jeden Unternehmens.

Kompakt IHK:

Aktuell arbeitest du für die Belfort GmbH in einer Führungsposition.

Jonas Lang:

Genau, als Baudienstleister für Versicherungsschäden, wie Leitungswasserschäden, Brandschäden und Kontaminationsschäden in privaten Haushalten und wirtschaftlichen Unternehmen, arbeiten wir eng mit Versicherungen und Betroffenen zusammen.

Daneben haben wir noch eine Chemieproduktion, die BC Restoration. Also, alles was chemische Reinigungsmittel angeht, vermarkten wir über diese hundertprozentige Tochter der Belfort Deutschland. Und damit beliefern wir sogar den Wettbewerb mit unserer Chemie. 

Kompakt IHK:

Das ist gute Struktur, wie man sich langfristig absichert: mehrere Standbeine. Das ist auch immer unsere Empfehlung, wie wir euch im Kurs auch sagen. Mit welchen Umständen sticht dein aktueller Arbeitsgeber sonst gegenüber der Konkurrenz hervor?

Jonas Lang:

Einerseits fachlich, da wir eine Spezialabteilung haben, die Maschinensanierungen angeht. Das geht so weit, dass wir mit eigenen Maschinenbauern Bauteile nachfertigen, damit die Maschinen schnellstmöglich wieder in Betrieb gehen. Das ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal, was die Technik angeht. Und das machen wir sogar weltweit.

Und ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist der Umgang mit dem Personal, würde ich sagen. Ich habe zwar bei keinem Marktbegleiter gearbeitet, aber in den sechs Jahren, in dem ich jetzt in dem Unternehmen bin, kriege ich deutlich mit, dass die Mitarbeiter sagen: „Zu den anderen würde ich nie wieder gehen“. 

Natürlich gibt es auch hier typische Konzernthemen – wie Softwarethemen oder IT-Themen – die, wie in allen großen Unternehmen, immer besser sein könnten. Dazu muss man sagen, dass es sehr komplex ist, neue Systeme in so großen Unternehmen einzuführen, die auch europaweit sehr vernetzt sind. Wenn dann neue Software eingeführt wird, dann entweder europaweit oder weltweit oder gar nicht. Und das ist halt immer die Herausforderung. Da dauert es manchmal zehn Jahre, bis man ein neues ERP-System oder CRM hat. Das ist dann so.

Kompakt IHK: Im Gespräch formulierst du, wie wohl du dich auf der Arbeit fühlst. Woher kommt der Wunsch – trotz Zufriedenheit im Unternehmen – jetzt in die Selbstständigkeit zu gehen?

Comments are closed

Related Posts

Jonas Lang: Da war stets dieser Wunsch nach unternehmerischer Tätigkeit.

Wenn ich zurückdenke, war da stets dieser Wunsch nach unternehmerischer Tätigkeit. Die erste Tätigkeit in meinem Leben muss so[…]

Ein Arbeitstag als Unternehmensberater/in

Kaum ein Beruf ist so vielfältig wie die Unternehmensberatung. Ob Strategie-, Organisations-, IT-, Personal- oder Prozessberatung – die Aufgaben,[…]

5 Dinge über Berater/innen

Unternehmensberater/in – für viele klingt das nach schicken Anzügen, glänzenden Präsentationen und schnellen Erfolgen. Doch was steckt wirklich hinter[…]